Finanzministerin Monika Heinold spendet Bücherkiste zum bundesweiten Vorlesetag an AWO Kita Rappelkiste in Bad Bramstedt

Finanzministerin Monika Heinold mit der Bücherspende für die AWO Kita Rappelkiste.

Bad Bramstedt, 19. November 2021. Ob Pippi Langstrumpf, Räuber Hotzenplotz oder der Grüffelo: Das Vorlesen von Büchern regt die Fantasie von Kindern an und hilft ihnen langfristig beim Umgang mit Sprache. Daher spendete die Grünen-Spitzenkandidatin und schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold im Rahmen des heutigen bundesweiten Vorlesetags eine Bücherkiste an die Kinder der AWO Kita Rappelkiste in Bad Bramstedt. Geplant war zunächst eine Vorleseaktion, die allerdings aufgrund der aktuellen Corona-Lage sicherheitshalber abgesagt wurde.

Finanzministerin Monika Heinold: „Gerne hätte ich am Vorlesetag die AWO Kita Rappelkiste besucht, in der ich vor meiner politischen Arbeit tätig war. Vorlesen ist für die Kleinsten so wichtig, um früh in Berührung mit Büchern und Geschichten zu kommen. So erleben die Kinder Neugierde, Spannung und Entspannung, und verbinden lesen mit etwas Schönem.“

Der bundesweite Vorlesetag wurde im Jahr 2004 als gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung ins Leben gerufen. Jedes Jahr am dritten Freitag im November setzt der Aktionstag ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens und begeistert Kinder und Erwachsene für Geschichten. Am 19. November 2021 findet der bundesweite Vorlesetag bereits zum 18. Mal statt. In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Freundschaft und Zusammenhalt".

„Wir freuen uns sehr über die Bücherspende von Ministerin Monika Heinold zum bundesweiten Vorlesetag. Kindern die Freude an Büchern, am Lesen und an Sprache zu vermitteln, sind feste Bestandteile des Kita-Alltags bei der AWO. Für die Entwicklung von Kindern und deren frühkindliche Bildung sind Bücher unverzichtbar“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AWO Schleswig-Holstein Michael Selck.

Die AWO Kita Rappelkiste in Bad Bramstedt ist eine zertifizierte Demokratie-Kita, die im Alltag auf die Teilhabe und Mitbestimmung der Kinder setzt. Insgesamt kümmern sich 25 Mitarbeiter*innen um 115 Kinder in sieben Gruppen, davon fünf Elementar- und zwei Krippengruppen. Im Jahr 2019 wurde das 25-jährige Jubiläum der Kindertagesstätte gefeiert.

Interview mit Ministerin Monika Heinold

Die schleswig-holsteinische Finanzministerin und Spitzendkandidatin der Grünen für die Landtagswahlen Monika Heinold erzählt im Interview von der Wichtigkeit von Büchern, Ihrem Bezug zur Arbeiterwohlfahrt, und Ihrer Zeit als Erzieherin vor dem Start Ihrer politischen Laufbahn.

Guten Tag Frau Finanzministerin Heinold! Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben und heute beim bundesweiten Vorlesetag bei uns sind. Kommen wir direkt zum Thema: Was ist Ihr Lieblingsbuch und warum?
Alle Tage, immer wieder. Ein Kalendermerkbuch mit Versen. Ich mag Verse, ich mag Leichtigkeit und Humor. Es ist eine Begleitung durch den Tag und durch das Jahr.

Wieso ist der Zugang zu Büchern für Kinder so wichtig?
Wenn Kinder früh erfahren, wie spannend Bücher und Geschichten sind, wie schön es ist, vorgelesen zu bekommen, bekommen sie Lust auf mehr. Dann wollen sie Lesen lernen und Wissen tanken.

Warum ist es aus Ihrer Sicht so wichtig, dass Kindertagesstätten auch Bildungseinrichtungen sind?
Dafür habe ich lange gekämpft. Frühkindliche Bildung ist der Schlüssel für Bildungschancen. Ohne Kita wäre der Alltag für unsere Kinder ärmer. Ohne die Bildungsarbeit in den Kitas wäre der Start in den Schulalltag für Kinder deutlich schwieriger.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um diesen Anspruch auch in Zukunft zu gewährleisten?
Mit der Kita Reform und dem verbindlichen Personalschlüssel von zwei Fachkräften pro Gruppe sind wir ein gutes Stück vorangekommen. In der nächsten Legislaturperiode muss die Reform weiterentwickelt werden. Es braucht weitere Entlastungen für die Fachkräfte, denn unsere größte Sorge ist zurzeit der Fachkräftemangel.

Sie haben vor Ihrer politischen Laufbahn selbst als Erzieherin in einer AWO Kita gearbeitet, was hat für Sie diesen Job ausgemacht?
Die Arbeit mit Kindern ist herausfordernd, aber auch erfrischend. Ich habe mich damals für diesen Beruf entschieden, weil ich in der täglichen Arbeit mithelfen wollte, Kindern einen guten Start ins Leben zu geben. Wir haben damals in der Rappelkiste viel Neues auf den Weg gebracht: Waldtage ausprobiert und den Spielplatz gemeinsam mit den Kindern und ihren Eltern naturnah umgestaltet.

Hat sich aus Ihrer Sicht heute viel an dem Beruf geändert?
Ja. Als ich 1974 in einer Kita in Neumünster Tungendorf angefangen habe, waren die pädagogischen Standards deutlich geringer. Unsere Arbeit wurde eher als reine Betreuungsarbeit angesehen. Im Vergleich dazu ist die Wertschätzung des Erzieher*inberufs spürbar gewachsen. Aber da geht noch viel mehr. Die Arbeit in einer Kita ist Kernarbeit, der Alltag anstrengend und die Verantwortung groß.

Der Fachkräftemangel stellt die Kolleg*innen der Kindertagesstätten immer wieder vor neue Herausforderungen, wie kann eine politische Antwort auf diese Entwicklung aus Ihrer Sicht aussehen?
Wir müssen die Rahmenbedingungen schrittweise verbessern, Entlastung im Alltag schaffen, die Fachkräfte angemessen bezahlen und die Ausbildung noch attraktiver gestalten. Da ist noch eine ganze Menge zu tun. Als Erzieherin weiß ich, wie wichtig Investitionen in unsere Kitas sind. Als Finanzministerin muss ich aufs Geld achten. Diesen Spagat lebe ich täglich. Die Kita Reform war ein großer Kraftakt. Wir haben den Landeszuschuss für Betriebsausgaben seit 2017 mehr als verdoppelt. Kita ist einer unserer großen Schwerpunkte.

Die AWO hat sich seit Ihrer Gründung für Frauen und Ihre Rechte eingesetzt. Marie Juchacz oder Gertrud Völcker sind prominente Beispiele. Was steht heute beim Thema Frauenrechte politisch ganz oben auf der Agenda?
Es geht um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit! Um Schutz in Gewaltsituationen und um die gleiche Verteilung der Macht. Ich möchte Frauen ermutigen, Führungspositionen zu übernehmen. Ich möchte ermutigen, sich in Steuer- und Haushaltsfragen einzumischen. Finanzpolitik ist Gestaltungspolitik. Wer für soziale Gerechtigkeit und für Bildungschancen kämpfen will, ist in der Finanzpolitik genau richtig.

Typischerweise arbeiten besonders viele Frauen in sozialen Berufen, an einer entsprechenden gesellschaftlichen Anerkennung mangelt es oft, was muss hier aus Ihre Sicht passieren?
Wir müssen mehr darüber sprechen, wie arm unsere Gesellschaft ohne die sozialen Berufe wäre. Soziale Berufe brauchen mehr Anerkennung. Aber nicht Worte, sondern Taten. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Um das hinzubekommen, müssen starke Schultern mehr tragen. Mein politisches Ziel ist eine gerechtere Steuerpolitik.

Das ehrenamtliche Engagement ist die tragende Säule der AWO. Tausende von Freiwilligen leisten täglich vielfältige Arbeit, besonders für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Welchen Stellenwert hat das Ehrenamt für Schleswig-Holstein?
Einen sehr Hohen. Ob in der Kommunalpolitik, beim Sport, in der Feuerwehr oder in Vereinen und Verbänden: ohne das Ehrenamt würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Ich kenne viele Projekte, die es nur gibt, weil sich Menschen dort in ihrer Freizeit großartig engagieren. Das beeindruckt mich immer wieder.

Was möchten Sie den vielen ehrenamtlich engagierten Menschen in Schleswig.-Holstein abschließend noch auf den Weg geben?
Ein dickes fettes Dankeschön für ihren unermüdlichen Einsatz!

Liebe Frau Finanzministerin Heinold, vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch!