Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2021

„Gesellschaft und Politik müssen wachsam bleiben“

Der Vorstandsvorsitzende der AWO Schleswig-Holstein, Michael Selck (li.) und der Vorsitzende des AWO Präsidiums, Wolfgang Baasch, bei der Plakataktion #AWOgegenRassismus.

Kiel, 15. März 2021. Der gewaltsame Tod von George Floyd in den USA hat auch in Deutschland und vielen weiteren Ländern die Debatte über Rassismus und strukturelle Ungleichheit erneut auf die Straßen und die politische Agenda geholt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die tödlichen Folgen von Rassismus und reiht sich ein in eine Vielzahl von Fällen rassistischer Gewalt gegenüber People of Colour. Beleidigungen, körperliche Angriffe, das sogenannte Racial Profiling und Ermordungen sind die äußerste Spitze rassistischer Gewalt. Hinzu kommen Alltagsrassismus und Diskriminierung in vielen Bereichen und auf zahlreichen Ebenen des täglichen Lebens, etwa in Behörden, im Bildungssystem, bei der Polizei, in Gerichten, auf der Wohnungssuche oder auf dem Arbeitsmarkt.

„Gesellschaft und Politik müssen wachsam bleiben bei jeder Art von Menschenfeindlichkeit. Die Geschichte zeigt: Rechte Ideologie taucht nicht unerwartet und plötzlich auf. Sie bahnt sich über lange Zeit ihren Weg an die Macht, indem sie Unsagbares sagbar macht und Undenkbares scheinbar normal. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine solche Verrohung, die den Weg für noch Schlimmeres ebnet, wieder geschieht“, sagt der Vorsitzende des AWO Präsidiums Wolfgang Baasch.

Die Zahl der Beratungsanfragen zu Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft bzw. rassistischen Zuschreibungen stieg 2019 um knapp zehn Prozent bei der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Noch 2016 lag ihr Anteil bei nur 25 %. Insgesamt hat die Stelle im vergangenen Jahr in 3580 Fällen rechtliche Auskunft erteilt, Stellungnahmen eingeholt oder gütliche Einigungen vermittelt. Auch in Schleswig-Holstein beraten die Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus regelmäßig Menschen, die von Rassismus betroffen sind. „Rassismus, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit sind eine Gefährdung für die Demokratie und das bedeutet immer auch eine Gefährdung von Grundrechten. Die AWO wird sich daher auch in Zukunft laut gegen rechte Parolen wehren und sich für eine offene, gerechte und von Teilhabe geprägte Gesellschaft einsetzen. Das Engagement gegen Rassismus und Hass muss gestärkt werden. Jede Form der Ausgrenzung wird bei uns nicht geduldet“, sagt der AWO Vorstandsvorsitzende Michael Selck.

„SH spricht über…Rassismus“ am 18. März 2021

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus lädt der AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V. mit vielen Kooperationspartner*innen unter dem Motto „Schleswig-Holstein spricht…über Rassismus“ am Donnerstag, den 18. März 2021, von 17.30 bis 19 Uhr, alle Interessierten ganz herzlich zu einem Online-Dialog-Speed-Dating ein. Es wird ein digitaler Raum der Begegnung geschaffen, um Menschen miteinander ins Gespräch und in den Austausch zum Thema Rassismus zu bringen. Das Grußwort hält die schleswig-holsteinische Landtagsvizepräsidentin und Landtagsabgeordnete der Grünen, Aminata Touré. Anmeldungen per E-Mail an  

Weitere Aktionen und Veranstaltungen

Die AWO setzt sich mit ihren Ortsvereinen, Kreisverbänden und vielen verschiedenen Einrichtungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (15. bis 28. März) mit kreativen Aktionen und zivilgesellschaftlichem Engagement gegen jede Form von Rassismus ein.

Im Rahmen der Internationalen Wochen finden zudem jährlich zahlreiche Projekte und spannende Online-Veranstaltungen statt. Die Themen reichen von unbewussten Vorurteilen bis hin zu Rassismus in der Werbung, Künstliche Intelligenz und Rassismus. Hier geht es zur Programmübersicht.

Auch an der Plakat-Aktion unter dem Hashtag #AWOgegenRassismus kann sich jede*r beteiligen und öffentlich in den Sozialen Medien gegen Rassismus eintreten. Und so geht es: Hier das Plakat auswählen und herunterladen, Satz vervollständigen und ein Foto samt Hashtag hochladen – fertig.

Eine weitere Aktion im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus ist die Wanderausstellung „Unsere Zeichen und Stimmen gegen Rassismus“, die derzeit im Foyer der Landesgeschäftsstelle der AWO Schleswig-Holstein präsentiert wird – bedingt durch die Corona-Pandemie allerdings nur für Mitarbeitende. Die Ausstellung greift verschiedene Aussagen gegen Rassismus auf und ist aus den Erfahrungen von Rassismus betroffener Menschen konzipiert. Der AWO Bundesverband e. V. verleiht die Ausstellung auf Anfrage (Kontakt: Susanne Beyer (susanne.beyer@awo.org), Referentin „Zusammenhalt durch Teilhabe in der Sozialen Arbeit“).

Wir freuen uns sehr über jede Form der Teilnahme zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Lasst uns gemeinsam mit kreativen Aktionen Haltung zeigen und Zeichen gegen Rassismus und für Vielfalt setzen!

Beratung und Unterstützung für Betroffene gibt es hier. https://www.rbt-sh.de