Europa darf sich nicht abschotten!

Hilfe für Geflüchtete muss gemeinsame Aufgabe sein

Kiel. Die Meldungen von geflüchteten Menschen aus der Türkei vor den Grenzen Europas überschlagen sich in den vergangenen Tagen. Der Deal zwischen der Europäischen Union und der Türkei zeigt spätestens jetzt seine Schattenseiten. Der türkische Präsident Erdogan hat das Flüchtlingsabkommen mit der EU faktisch aufgekündigt und die Grenze nach Griechenland für Geflüchtete „wieder geöffnet“. Nach Angaben der UN-Migrationsorganisation IOM versammelten sich 13 000 Geflüchtete daraufhin an der Grenze zu Griechenland. Seither riegeln das griechische Militär und die Polizei die Grenzen ab und drängen die geflüchteten Menschen auch unter Anwendung von Gewalt und Tränengas zurück. Die EU hat offensichtlich bis heute noch keine gemeinsame und vernünftige Einigung im Umgang mit Geflüchteten gefunden.

Die AWO fordert umgehend die Rückkehr zu einem humanen Umgang mit geflüchteten Menschen, entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention und den internationalen Menschenrechten, sowie eine Umsetzung der UN- Kinderrechtskonvention, die wir insbesondere durch die Bedingungen in Moria, als gefährdet ansehen.

„Europa darf sich nicht abschotten. Wir haben als Bündnis aus 27 Staaten eine Stärke, und das sind unsere gemeinsamen Werte. Sollten wir diese über die Menschen vor unseren Grenzen hinweg vergessen, trifft das die europäische Idee bis ins Mark. Wir müssen den gemeinsamen Werten auch Taten folgen lassen. Die menschenunwürdigen Bedingungen unter denen die Geflüchteten – darunter zahlreiche Kinder - zurzeit vor Europas Grenzen und in Lagern in Europa ausharren müssen, sind unerträglich. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Wir dürfen Griechenland, Italien und die anderen südlichen EU-Staaten nicht mit der Aufgabe alleine lassen. Die Geflüchteten müssen auf die europäischen Staaten verteilt und menschenwürdig untergebracht werden. Als EU müssen wir gemeinsam handeln“, sagt der Vorsitzende des AWO Präsidiums Wolfgang Baasch.

Die AWO Schleswig-Holstein setzt sich im besonderen Maße für die Unterstützung von Migrant*innen und Geflüchteten in Schleswig-Holstein ein. Die AWO IntegrationsCenter vereinen in 12 Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig- Holstein an insgesamt 32 Standorten vielfältige Angebote der interkulturellen Arbeit. Wir beschäftigen aktuell etwa 210 hauptamtliche Mitarbeiter*innen in diesem Bereich.