Entlastungs- und Sicherungspaket gegen steigende Energiekosten in Schleswig-Holstein

Beim Heizen ist Energiesparen angesagt.

Die AWO Schleswig-Holstein fordert, existenzielle Not zu verhindern und auch helfende Institutionen zu stützen

Kiel, 30. August. Der Schleswig-Holsteinische Landtag debattiert laut Plan am Donnerstag den Antrag der SPD-Fraktion „Sozialen Zusammenhalt sichern: Entlastungs- und Sicherungspaket gegen steigende Energiekosten in Schleswig-Holstein“ (Drucksache 20/125). Die AWO Landesverband Schleswig-Holstein e. V. begrüßt die Initiative der SPD-Fraktion, die nicht abgerufenen Mittel aus den Notkrediten zur Abfederung der finanziellen Herausforderungen in Folge des russischen Angriffskrieges zu verwenden.

Schon infolge der Corona-Pandemie sind viele Menschen in Schleswig-Holstein unter finanziellen Druck geraten. Vor allem Menschen im Niedriglohnsektor haben große Probleme, die durch die aktuelle Energiekrise noch verstärkt werden. Sie bekommen oft keine aufstockenden Leistungen, wie beispielsweise Wohngeld, verdienen aber so wenig, dass sie die steigenden Energiekosten nicht kompensieren können. Oftmals hilft hier nur noch ein Nebenjob, diesen haben aber viele Betroffene im Laufe der Pandemie verloren. Besonders Rentner*innen treffen die steigenden Preise immer wieder hart. „Die vorhandenen Hilfsangebote und Transferleistungen, die zu wenige Menschen mit Anspruch darauf kennen, müssen beworben und niedrigschwellig kommuniziert werden. Der Beratungsbedarf in unseren Schuldnerberatungen ist mittlerweile sehr groß, wir würden gerne die Beratungszeiten ausdehnen bzw. die Kapazitäten vergrößern. Die landesweiten Mittel für Verbraucher- und Schuldnerberatung auszuweiten ist deswegen dringend erforderlich“, bekräftigt Wolfgang Baasch, Vorsitzender des AWO Präsidiums, den Maßnahmenkatalog der SPD Fraktion.

Doch auch diejenigen Institutionen, die ehrenamtlich oder in ehrenamtlicher Regie als Verein in Not geratenen Bürger*innen helfen, drohen in finanzielle Schieflagen zu geraten. „In unseren Ortsvereinen und Kreisverbänden schlagen bereits die deutlich gestiegenen Strom- und Kraftstoffpreise durch“, so Wolfgang Baasch weiter. Einige Hilfsangebote wie die der Tafeln sind dadurch mittlerweile unterfinanziert. Gleichzeitig sehen immer mehr Menschen keinen anderen Ausweg für sich, als ihre Scham über die Armut zu überwinden, und Kund*in bei einer der Tafeln im Land zu werden. Ehrenamtliche Helfer*innen fahren zu Supermärkten oder Wochenmärkten, packen Lebensmitteltüten und sind vor Ort bei der Ausgabe für die in Armut geratenen Kund*innen der Tafel ansprechbar.

Ab Oktober werden die Ortsvereine und Kreisverbände mit weiteren Kostensteigerungen konfrontiert sein, die mit ihren Liegenschaften von der Umlage fürs Gas betroffen sind. „Als die Haushalte für dieses Jahr aufgestellt wurden, waren diese Risiken durch Inflation und eklatant steigende Energiepreise nicht absehbar“, gibt Wolfgang Baasch zu bedenken.