AWO-Projekt „Perspektive Arbeit EU“ unterstützt EU-Zugewanderte beim Weg in die Arbeitswelt

Ionut-Florin Litcanu mit seinem Hunde Bobby.

Neumünster, 15.03.2021. Ein neues Land, eine neue Sprache und ein neuer Beruf sind die Herausforderungen, vor denen viele EU-Zugewanderte in Deutschland stehen. Das ESF-geförderte AWO-Projekt „Perspektive Arbeit EU“ (P.A.E.) unterstützt zugewanderte EU-Bürger*innen seit 2019 bei ihrem Weg in die Arbeitswelt und konnte im vergangenen Jahr bereits 60 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln.

Ionut-Florin Litcanu, 35 Jahre, aus Rumänien ist einer von ihnen, der in Neumünster dank der Unterstützung durch das Projekt eine Arbeitsstelle gefunden hat. Er befand sich zusammen mit seinem Hund Bobby auf dem Weg nach Dänemark, um dort in einem Straßenbauprojekt mitzuwirken. Das klappte leider nicht. Auf dem Weg ins Nachbarland kam er durch Neumünster und fühlte sich in der Stadt sehr wohl. Aus diesem Grund entschloss er sich von Dänemark aus zurück nach Neumünster zu gehen. Dort angekommen, hatte Ionut-Florin Litcanu vorerst Schwierigkeiten eine Unterkunft und eine Arbeitsstelle zu finden. Er wurde anschließend auf die Beratungsstellen „Soziale Betreuung EU-2“ und „Perspektive Arbeit EU“ aufmerksam gemacht. Durch die Unterstützung von Seiten der Beratungsstellen und auch durch den Support von privaten Kontakten fand er eine Unterkunft und Orientierung in Neumünster. Schließlich konnte er durch das Mitwirken von P. A. E. eine Arbeitsstelle in der Logistik finden und antreten. „Die Leute hier in Neumünster sind alle so freundlich. Ich bin glücklich, dass ich hier eine Arbeitsstelle gefunden habe. Dabei wurde mir immer viel geholfen, deswegen möchte ich auch anderen helfen“, sagt Litcanu. Dafür habe er bereits in einem Projekt für Obdachlose mitgewirkt. Sein Traum sei es irgendwann einen eigenen Imbiss aufzumachen.

„Perspektive Arbeit EU“ berät und betreut nach Neumünster zugewanderte EU-Bürger*innen ab dem 27. Lebensjahr. Arbeitsmarktintegration, Qualifizierung und Beratung – dafür steht das Projekt. Seit 2019 arbeitet P. A. E. an einer Verbesserung der Lebensumstände und der Erwerbschancen von EU-Zugewanderten. In der gesamten Zeit konnten bereits knapp 200 Teilnehmer*innen erreicht werden. Über eine gute Arbeitsmarktintegration von den beratenen und betreuten EU-Zugewanderten wird dabei auch ihre gesellschaftliche Integration und ein gutes Zusammenleben in der ganzen Stadt gefördert. Mit allen Teilnehmer*innen werden einzeln Bewerbungscoachings durchgeführt und sie werden beispielsweise in einer Workshop-Reihe zur Arbeitswelt in Deutschland aufgeklärt. Zudem bietet P. A. E. verschiedene Qualifizierungen an, wie Schulungen im Reinigungsbereich. Das Team des AWO Projekts P. A. E. besteht aus zwei Beraterinnen, zwei Sprach- und Kulturmittlerinnen (Rumänisch/Türkisch), einer Lehrkraft, einer Teamleitung und einer Projektleitung.

„Die Berater*innen sprechen beide Türkisch, was vor allem den Zugang zu der türkischsprachigen Community aus Bulgarien erleichtert. Dank der Unterstützung durch eine rumänische Sprach- und Kulturmittlerin wird außerdem die rumänische Community einfacher erreicht. Beide Sprach- und Kulturmittler unterstützen nicht nur sprachlich und vermittelnd, sondern helfen durch Begleitung auch dabei die Teilnehmer*innen bei Verweisberatung an andere Stellen anzudocken“, erklärt die Regionalleiterin Süd von AWO Interkulturell, Hatice Erdem.

Neben der Beratung werden durch P.A.E. auch Veranstaltungen oder Workshop-Reihen für die Teilnehmer*innen organisiert. Ziel dabei: Die Integration in den Alltag und in die Arbeitswelt zu fördern. P.A.E. arbeitet dabei eng mit den zwei Kooperationspartnern – dem Jobcenter Neumünster und dem Quartiers-Management – zusammen. Außerdem knüpft P.A.E. ein immer breiteres Netz an Kontakten zu Arbeitgeber*innen um eine noch bessere Arbeitsmarktintegration gewährleisten zu können.

Hintergrund

„Perspektive Arbeit EU“ (P. A. E.) ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Neumünster und dem AWO Landesverband Schleswig-Holstein e. V. und wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier - BIWAQ“ durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Deutschland erhält in der ESF-Förderperiode 2014-2020 rund 7,5 Mrd. Euro. Davon fließen rund 2,7 Mrd. Euro in das ESF-Bundesprogramm und rund 4,8 Mrd. Euro in die ESF-Aktivitäten der Bundesländer. Mit den Mitteln aus dem ESF-Bundesprogramm sollen die Beschäftigungschancen von etwa 730.000 Menschen verbessert werden.

Weitere Informationen zum ESF finden Sie hier.