„Gib- und Nimm-Regal“ landet auf dem ersten Platz

InnovationsPREIS der AWO Pflege Schleswig-Holstein in Neumünster vergeben

Die Gewinner des InnovationsPREIS 2019 der AWO Pflege Schleswig-Holstein.

Neumünster. Anerkennung für innovative Konzepte in der Pflege: Bei einer gemeinsamen Feier im AWO-Servicehaus am Wasserturm in Neumünster wurde der mit insgesamt 6000 Euro dotierte InnovationsPREIS der AWO Pflege Schleswig-Holstein verliehen. Insgesamt hatten sich neun unterschiedliche Projekte für die Auszeichnung beworben. „Pflegeeinrichtungen sind keine tristen Orte. Engagierte Kolleg\innen bringen immer wieder frischen Wind in die Pflege. Auch in diesem Jahr haben die Siegerprojekte durch Kreativität, Fantasie und Engagement überzeugt“, sagt der AWO-Landesvorsitzende Wolfgang Baasch und betont „die Pflege älterer Menschen ist eine Sinn stiftende Aufgabe und wir wollen diejenigen auszeichnen, die sich über die Maße und mit einfallsreichen Ideen für ältere Menschen einsetzen.“

„Gib- und Nimm-Regal –Tauschen gegen Überfluss“ überzeugt die Jury

Jedes Jahr wirft ein*e Bürger*in in Deutschland im Schnitt 55 Kilogramm Lebensmittel weg, auch Kleidung zählt zur Wegwerfware. 5,2 Milliarden Kleidungsstücke hängen in deutschen Schränken, davon werden 40 Prozent selten bis nie getragen. Das Projekt „Gib- und Nimm-Regal — Tauschen im Überfluss“ des AWO Servicehauses in Norderstedt setzt dieser Verschwendung etwas entgegen und erhielt dafür den ersten Platz (3000 Euro) beim InnovationsPREIS 2019. Die Idee entstand im Rahmen des Projekts „klimafreundlich Pflegen“. Adina Tack, Leiterin der sozialen Betreuung im Servicehaus, machte den Vorschlag eine Tauschbörse einzurichten. An der Eingangshalle, an der alle Bewohner*innen und Besucher*innen regelmäßig vorbeikommen, wurde ein Regal samt einer Erklärung zur Nutzung aufgebaut. Seither können dort Gegenstände, die selbst nicht mehr benötigt werden, abgelegt werden und von anderen kostenlos mitgenommen werden. Darunter finden sich Schuhe, Dekorationsartikel, Bücher und vieles mehr. Das Angebot wird sehr gut genutzt und die Inhalte des Regals wechseln alle 7 bis 10 Tage komplett. Dieser Einsatz für gelebte Nachhaltigkeit überzeugte die Jury.

Zweiter Platz für Projekt aus Kiel-Mettenhof

Eine wahre Win-Win-Situtation sowohl für die Handwerkskammer Lübeck als auch das AWO Servicehaus in Kiel-Mettenhof, ist das Projekt „Altes Handwerk neu erfahren“. Hierbei fahren Senior*innen regelmäßig zur Berufsbildungsstätte des Friseurhandwerks und stellen sich für die Auszubildenden als Modell zur Verfügung. Die Auszubildenden können dadurch ihre Fachkompetenz erweitern und theoretische Überlegungen mit praktischen Erfahrungen kombinieren. Dadurch entsteht eine Vertrauensbasis zwischen zwei Generationen, die auch zu einem kulturellen Austausch führt. Für diese intergenerationelle Idee gab es von der Jury den zweiten Platz (2000 Euro) für die Projektleiterinnen Lena Swiontkowski, Susanne Weber und Stefanie Rempfer.

Für das AWO Servicehaus Flensburg-Fruerlund gab es für das Projekt „ressourcenorientierte Trinkwasserversorgung“ den dritten Platz (1000 Euro). Durch die Umstellung der Trinkwasserversorgung für die Bewohner*innen auf Leitungswasser, wahlweise SodaStream, wird das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt. Durch Mitarbeiter*innen wurde die notwendige Anzahl von Karaffen für dieses Projekt beschafft. Dadurch können die Wasserbestellung beim Getränkelieferanten eingestellt werden und Ressourcen gespart werden. Die Einrichtungsleiterin Sandra Neubert hatte die Idee zu der Aktion im Rahmen des Projekts „klimafreundlich Pflegen.

Sonderpreis für „100 Jahre AWO — 100 Jahre Frauenpower“

Das Projekt „100 Jahre AWO — 100 Jahre Frauenpower“ der Kieler Servicehäuser erhält im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Arbeiterwohlfahrt den Ehrenpreis.