AWO SH begrüßt Einigung zu Kinderrechten im Grundgesetz

Teilhabe von Kindern und Jugendlichen darf nicht nur Lippenbekenntnis bleiben – Kinderrechte müssen in der Gesellschaft immer mitgedacht werden

Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ist ein Kernthema der AWO, wie hier in einer Demokratie-Kita.

Kiel. Seit Jahren wurde es unter anderem von der AWO gefordert, nun ist es offenbar so weit: Laut Medienberichten haben sich die Union und die SPD auf einen Entwurf für die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz geeinigt. Noch ist die Verfassungsänderung nicht durch den Bundestag und Bundesrat bestätigt. Bis zur Bundestagswahl im September solle das aber geschehen.

Die AWO Schleswig-Holstein begrüßt diesen Vorstoß und die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. „Wie jetzt im zweiten Lockdown wurden im vergangenen Jahr viele, teils drastische Entscheidungen über das Leben von Kindern und Jugendliche gefällt, ohne dass sie daran beteiligt gewesen wären. Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Ihre Teilhabe muss gesichert werden, damit wir starke und mündige Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft haben. Wir begrüßen daher die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz, bestehen aber auch darauf, dass es damit nicht getan ist. Die Rechte von Kindern und Jugendliche und ihre Teilhabe dürfen nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben. Es müssen Taten folgen“, sagt der AWO Landesvorsitzende Wolfgang Baasch. Das Wahlrecht ab 16, die Förderung kommunaler Kinder- und Jugendparlamente oder Mitbestimmungsangebote an den Schulen wären konkrete Möglichkeiten.

In 65 Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe sowie in rund 100 Kindertagesstätten setzen sich die Kolleg*innen der AWO Schleswig-Holstein jeden Tag wieder für mehr Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ein. „Mit Demokratie-Kitas und Teilhabeprojekten in der Jugend- und Familienhilfe haben wir es uns schon vor Jahren zur Aufgabe gemacht, die Rechte und Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche in unseren Einrichtungen zu stärken. Die gesetzliche Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ist ein längst fälliger Schritt und bestärkt uns in unserem Weg. Sie macht aber auch deutlich, dass es nicht nur bei der schriftlichen Zusage bleiben darf. Kinderrechte müssen in unserer Gesellschaft immer mitgedacht werden“, schließt der AWO Vorstandsvorsitzende Michael Selck ab.