30 Jahre Hilfe für suchterkrankte Menschen in Lübeck

AWO DrogenHilfe feiert Jubiläum des Kontaktladens Tea&Talk

v. li. die langjährige Mitarbeiterin im Tea&Talk Ute Behrendt, der operative Geschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein gGmbH Dirk Behrens, die Leiterin der AWO DrogenHilfe Karin Mechnich, der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck Jan Lindenau und der AWO-Präsidiumsvorsitzende Wolfgang Baasch mit den gesammelten Spritzen aus den vergangenen vier Wochen, die Drogenabhängige im Tea&Talk abgeben können.

Lübeck, 25. Oktober 2021. Unabhängig von Alter, Ausbildung, Beruf und gesellschaftlichem Ansehen kann jeder Mensch eine Sucht entwickeln. Umso wichtiger ist es, dass es für die Betroffenen und ihre Familien kostenlose und anonyme Anlaufstellen gibt. Ein solches Angebot startete in Lübeck im Jahr 1991 an der Untertrave mit der Eröffnung des Kontaktladens Tea&Talk im Rahmen eines Bundesmodells. Seitdem finden drogenabhängige Menschen hier einen sicheren Raum für Beratungen und persönlichen Austausch. Zusätzlich können die Betroffenen ihre Wäsche waschen, duschen und ihre alten Spritzen gegen neue tauschen. Im Mittelpunkt steht die akzeptierende Drogenarbeit, die dabei unterstützt, auch mit einer Sucht menschenwürdig zu leben.

Persönliche Ansprachen durch die Kolleg*innen der AWO DrogenHilfe und die guten Kenntnisse der individuellen Situation der Besucher*innen geben die Möglichkeit zur schnellen Hilfe. „Der Kontaktladen bietet abseits der Szene einen Raum, in dem die Klienten zur Ruhe kommen und Schutz finden können. Sie werden so wie sie sind angenommen und erleben eine verlässliche Struktur, an der sie sich in der Zeit ihres Aufenthaltes orientieren können. Als AWO Schleswig-Holstein freuen wir uns über die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt und allen weiteren Akteur*innen“, sagt der Präsidiumsvorsitzende der AWO Schleswig-Holstein, Wolfgang Baasch.

Zunächst waren die Vorbehalte vor der Eröffnung des Tea&Talk bei Politik, Polizei und Bevölkerung groß. Durch die Erfolge in der Praxis konnten dieses allerdings schnell abgebaut werden und die Einrichtung vernetzte sich mit weiteren Akteur*innen in der Stadt, wie das Café Wut oder die Tafel. Durch einen stetigen Anstieg der Besucher*innen-Zahl wurden im Jahr 2000 größere Räume benötigt. Es erfolgte der Umzug in die leerstehenden Räume des Gesundheitsamtes in der Schmiedestraße. Im Rahmen der Jubiläumsfeier am Freitag hebt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau die Rolle des Tea&Talks für die Stadt hervor: „Die beratende und begleitende Arbeit von Tea&Talk für drogenkranke Menschen ist seit nunmehr 30 Jahren ein unverzichtbares Hilfsangebot in unserer Stadt. Ich danke den engagierten Mitarbeitenden für ihren unermüdlichen Einsatz und die Bereitschaft sich selbst und ihre Konzepte regelmäßig zu hinterfragen und an den Bedarfen neu auszurichten. Das zeigt uns als Stadt, dass die AWO als Träger der Einrichtung professionell arbeitet und zukünftige Aufgaben frühzeitig erkennt. Deshalb werden wir in Zukunft zusammen am neuen Standort eine Begegnungsstätte schaffen, die neusten Standards in der Arbeit mit drogenkranken Menschen setzt und ihnen hilft und sie unterstützt, einen Weg aus der Sucht zu finden.“

Nach dem Verkauf des alten Gesundheitsamtes erfolgte Mitte 2004 der Umzug in die Beckergrube und im Jahr 2012 schließlich die Anmietung der Räume in der Wahmstraße. Als nächsten Schritt wird die neue Begegnungsstätte auf einem unbebauten Grundstück an der Marienbrücke entstehen. „Ich danke allen Kolleg*innen für ihren engagierten und erfolgreichen Einsatz hier im Tea&Talk. Wir blicken zuversichtlich auf den Start der neuen Begegnungsstätte und freuen uns auf die zahlreichen Möglichkeiten, die die neuen Räume bieten werden“, betont abschließend Dirk Behrens, der operative Geschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein gGmbH.