Unterschriften für eine bessere Pflegereform übergeben

AWO Landesverband übergibt Unterschriften mit Forderung zur grundlegenden Neuordnung der Pflegeversicherung an Spitzenkandidat*innen von SPD und B90/Die Grünen

Kiel/Eckernförde. Anlässlich der der Bundestagswahl hat die AWO Schleswig-Holstein mit einer Plakat- und Postkartenaktion auf das Thema Pflegereform aufmerksam gemacht und sich damit für eine grundlegende Neuordnung der Pflegeversicherung eingesetzt. Die Aktion erhielt innerhalb weniger Wochen großen Zuspruch von vielen Schleswig-Holsteiner*innen. Alle Unterstützer*innen sind sich einig: Die künftige Bundesregierung wird sich mit der Pflegeversicherung beschäftigen müssen.

Einen Teil der gesammelten Unterschriften übergab der Präsidiumsvorsitzende der AWO, Wolfgang Baasch am Donnerstag Sönke Rix. Der SPD-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl nahm diese vor dem Familienzentrum & Bürgerbegegnungsstätte (BBS) der AWO in Eckernförde entgegen: „Die Entlastung der zu pflegenden Menschen, aber auch deren Angehörigen ist eine wichtige Angelegenheit. Gleichzeitig dürfen wir Vermögende nicht aus ihrer Verantwortung entlassen“, so Sönke Rix.

Einen weiteren Teil der Karten nahm Luise Amtsberg, Spitzenkandidatin der Grünen entgegen. Die Übergabe fand am Freitag vor der Landesgeschäftsstelle des AWO Landesverbandes in Kiel Mettenhof statt. „Die Rückmeldungen der Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner zeigen: Das Thema Pflege gehört ganz oben auf die politische Agenda in Berlin. Es reicht nicht nur, die wichtige Arbeit der Pflegekräfte zu würdigen, es muss sich auch real etwas ändern. Wir müssen dafür sorgen, dass sich mehr Menschen für die Arbeit in der Pflege entscheiden, um den Pflegenotstand zu beenden. Dafür ist es wichtig, die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern, aber auch diejenigen, die Pflege brauchen, besser zu unterstützen. Dafür braucht es eine Pflegereform, die ihren Namen auch tatsächlich verdient“, so Luise Amtsberg während der Übergabe.

Die konkreten Forderungen der AWO Schleswig-Holstein sind:

• volle Übernahme der Pflegekosten,
• Einführung einer Bürgerversicherung
• Verbot von Spekulation mit Pflegeeinrichtungen
• faire Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, z.B. eine entsprechende Bezahlung

Die AWO Schleswig-Holstein setzt sich mit der Kampagne für eine grundlegende Neuausrichtung der Pflegeversicherung ein. „Damit Pflegebedürftigkeit jedoch kein Armutsrisiko bleibt, bedarf es einer Reform, die den Namen auch verdient. Die jüngst verabschiedete Pflegereform ist kurzsichtig und ohne wirkliche Entlastung. Die Inanspruchnahme eines Pflegeplatzes darf keine Frage des Einkommens sein“, so Wolfgang Baasch. Das Thema ist längst generationsübergreifend, denn auch jüngere Generationen werden früher oder später vor den Problemen eines bezahlbaren Pflegeplatzes stehen. Andere sind möglicherweise bereits betroffen, da sie den Pflegeplatz eines Elternteils mitfinanzieren müssen.

„Ziel der Aktion war, die gemeinsame Kraft der Arbeiterwohlfahrt zu nutzen, um unser Anliegen nachdrücklich zu präsentieren. Hierzu haben sich neben vielen Schleswig-Holsteiner*innen auch landesweit all unsere Ehren- und Hauptamtlichen beteiligt“, so Vorstandsvorsitzender Michael Selck.

Pflegeversicherung – Was ist das eigentlich?

• Alle gesetzlich Versicherten bezahlen mit ihren Beiträgen in die Pflegekasse ein
• Wer pflegebedürftig ist – und das kann jede und jeden treffen – erhält Geld für die Pflegekosten aus der Pflegeversicherung
• Aber: Die Pflegekosten steigen seit Jahren an und sind nicht mehr gedeckt
• Die Folge: Die Versicherten müssen für ihre Pflege immer mehr aus eigener Tasche bezahlen – den sogenannten Eigenanteil

Mehr zu den Positionen der Arbeiterwohlfahrt zur Bundestagswahl 2021 finden Sie hier.