Kindernotdienst & Pflegekinderdienst

Wenn das Wohl von Kindern gefährdet ist, bietet der Kindernotdienst der AWO schnelle und zuverlässige Hilfe. Befristete Pflegefamilien bieten vorübergehend eine liebevolle und kompetente Versorgung bis die Kinder entwoeder in ihre Herkunftsfamilien zurück kehren, oder in eine Pflegefamilie des Jugendamtes vermittelt werden können.

Unsere Haltung

Eltern können in Krisen geraten und in manchen Fällen ist zum Schutz des Kindes eine vorübergehende Trennung von Eltern und Kind notwendig. In der Zusammenarbeit ist eine wertschätzende und ressourcenorientierte Haltung sowohl der Mitarbeiter*innen des K2F (Kinder in 2 Familien), als auch der Pflegeeltern gegenüber den Herkunftseltern unerlässlich.

Herkunftseltern bleiben Eltern und befristete Pflegepersonen sehen sich als Ergänzungseltern auf Zeit. Im Sinne der Erziehungspartnerschaft wird ermöglicht, dass Herkunftseltern weiterhin elterliche Verantwortung behalten und wahrnehmen und Pflegeeltern ausreichend Freiraum und Etnscheidungsbefugnisse bekommen, um auch mit dem Pflegekind ihren normalen Familienalltag leben zu können.

Voraussetzung dafür ist eine respektvolle und funktionierende Kommunikation untereinander. Über Bedürfnisse und Schwierigkeiten wird offen miteinander gesprochen und Konflikte werden zeitnah bearbeitet und möglichst überwunden. Die Mitarbeiter*innen des K2F sehen sich dabei in der Mittlerposition, um im Sinne des Kindes mit allen Beteiligten guten Lösungen zu finden.

Unser Konzept

Für Kinder sind Inobhutnahmen oder andere Unterbringungen in befristeten Pflegefamilien aufgrund von familiären Krisen gravierende Einschnitte in ihre Lebensbiografien. Im K2F werden Kinder, Familien und Pflegefamilien, die Kinder in Form der befristeten Vollzeitpflege aufnehmen, betreut (§33 und 20 SGB VIII i.V.m. §27 SGB VIII). Diese Unterbringung dient der Perspektivklärung, der Unterstützung einer klaren Rückkehroption in die Herkunftsfamilie oder der Vorbereitung und Überleitung in eine geeignete unbefristete Vollzeitpflegefamilie oder Anschlussmaßnahme.

Ziel ist es, das Kind in dieser Krise durch adäquate Versorgung, Förderung und Erziehung zu stabilisieren. Die Pflegefamilien werden dabei engmaschig beraten und unterstützt, unter anderem durch Hausbesuche und am Rande der Besuchskontakte. Besuchskontakte zwischen dem Kind und seiner Herkunftsfamilie finden regelmäßig mit Begleitung und Koordinierung des K2F-Team statt - in vielen Fällen auch in den Räumen des K2F.

Die Dauer des Aufenthaltes sollte grundsätzlich ein Jahr nicht überschreiten. Zum Wohle des Kindes wird in jedem Einzelfall darauf geachtet, dass es zwar so lange wie nötig, aber auch nur so kurz wie möglich in der befristeten Pflegefamilie verbleibt.

Im K2F werden Kinder von 0-12 Jahren betreut. Das Team kümmert sich um die Koordination und Organisation der Aufnahmen und begleitet und betreut die Pflegefamilie über den gesamten Prozess hinweg. Um die Familien auf die anspruchsvolle Arbeit und mögliche Herausforderungen professionell vorzubereiten, werden sie durch das Team vor der ersten Aufnahme eingehend geschult und auch im Anschluss regelmäßig fort- und weitergebildet.

Die Herkunftsfamilie wird vom K2F unterstütz, in ihren Ressourcen aktiviert und die elterlichen Kompetenzen werden gestärkt. Mit Hilfe der durch die Trennung entstehenden Freiräume erhalten die Eltern die Chance, ihre Lebenssituation zu verändern und zu stabilisieren. Gerade im Kontext einer Rückführung wird die Arbeit mit der Herkunftsfamilie gezielt ausgeweitet.

Dem Kind steht ein*e Mitarbeiter*in im K2F als klare Ansprechperson zur Verfügung, die eine Lotsenfunktion in dieser emotional schwierigen Situation übernimmt. Alle Beteiligten werden dabei unterstützt, dem Kind altersgerecht die Gründe für die aktuelle Trennung von den leiblichen Eltern verständlich zu machen.

Befristete Pflegeperson - was ist das?

Eltern können in Krisen geraten, in denen sie unterschiedlichste Formen der Hilfe brauchen. Eine Form der Hilfe ist die Unterbringung des Kindes in einer befristeten Pflegefamilie. Denn in manchen Fällen ist zum Schutz des Kindes eine vorrübergehende Trennung von Eltern und Kind nötig.

Die Kinder werden bis zur Klärung der Situation und Entwicklung einer guten Perspektive in unseren Pflegefamilien liebevoll und kompetent versorgt. Entweder gehen sie dann in ihre Herkunftsfamilien zurück, oder sie werden auf längere Zeit in eine Pflegefamilie des Jugendamtes vermittelt und dort betreut. Die Klärung kann eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, sollte aber in der Regel nicht länger als ein halbes Jahr dauern.

Pflegeperson werden!

Wir bieten

Wie werde ich Pflegeperson?

  1. Besuchen Sie unsere Infostunde am ersten Mittwoch des Monats von 16:00-18:00 Uhr. Hier werden Sie über die Wichtigsten Themen informiert und können all ihre Fragen stellen

  2. Füllen Sie unseren Bewerbungsbogen (hier soll der Bogen im Text verlinkt werden) aus und lassen Sie ihn uns zukommen.

  3. Kennenlerntermin bei Ihnen zuhause. Gemeinsam mit dem Pflegekinderdienst der Stadt Lübeck lernen wir Sie und ihr Zuhause kennen, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.

  4. Grundqualifizierung 1: Spricht nichts dagegen, laden wir Sie zu unserem ersten Ausbildungskurs ein, der in der Regel 6 x 2 Stunden abends stattfindet und für Sie kostenlos ist.

  5. Formalien: Der formelle Teil nimmt immer noch ein wenig Zeit in Anspruch: Unterlagen zusammentragen (z.B. Führungszeugnis, Gesundheitscheck…), gemeinsame Gespräche mit AWO und Pflegekinderdienst etc.

  6. Aufnahme eines Kindes: Sobald Sie als Pflegefamilie anerkannt sind, kann es los gehen. Auch dies dauert meistens noch ein wenig. Es soll ja die passende Familie fürs Kind und das passende Kind für die Familie gefunden werden.

  7. Grundqualifizierung 2: Der zweite Teil des Ausbildungskurses beinhaltet 9 Themenabende. Haben Sie an 6 Abenden teilgenommen, ist ihre Ausbildung zur Pflegeperson offiziell abgeschlossen.