Teilhabezentrum Bredstedt

Seit 25 Jahren bietet die Arbeiterwohlfahrt in Nordfriesland im Rahmen der Eingliederungshilfe Leistungen über das gesamte Spektrum des Arbeitsfeldes an. Dazu gehören Betreuung im Wohnbereich, Beratung, Freizeitangebote, Tagesstruktur und Beschäftigung. In Notsituationen gibt es für die Klient*innen aus ganz Nordfriesland ein Krisenzimmer.

Seit 2013 beteiligt sich die AWO aktiv am Modellprojekt der „Sozialraumorientierung in der Eingliederungshilfe für Erwachsene“ des Kreises Nordfriesland. In diesem Zusammenhang wird seit Mitte 2015 intensiv an der Weiterentwicklung der Angebotspalette und der Betreuungssettings gearbeitet. Aus „vollstationär“ wurde Komplexleistung plus und aus „ambulant“ wurde Ambulante Komplexleistung. Im Vordergrund steht hierbei der konkrete Unterstützungsbedarf der Klient*innen und die individuelle Zielsetzung, immer mit dem Fokus auf eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

So beteiligt sich das Teilhabezentrum an trägerübergreifenden Projekten, wie dem ECKHUS in Husum und dem KunstEck in Bredstedt. Um inklusive Begegnungen zu ermöglichen, initiieren die beteiligten Einrichtungen dort einen Ort für gemeinsame Aktivitäten und Gespräche für Menschen mit und ohne Behinderung.

Auch in Tönning hat das Teilhabezentrum inzwischen einen Treffpunkt eröffnet. Darüber hinaus werden Gesprächskreise zu bestimmten Themen an unterschiedlichen Orten in Nordfriesland angeboten. Tagesstruktur bieten Freizeitangebote und eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort im Teilhabezentrum. Arbeiten in der Küche, Hauswirtschaft, im handwerklichen Bereich und kreative Tätigkeiten dienen dem Einüben der Tätigkeiten und der Weiterentwicklung von Fähigkeiten.

Die Beschäftigten steigern ihre Ausdauer, trainieren Pünktlichkeit und Verlässlichkeit und entwickeln ihre sozialen Kompetenzen weiter. Langfristiges Ziel ist die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben in einer für die Klient*innen angemessenen Form. Dies kann zunächst in Form eines begleiteten Praktikums sein.

Das Teilhabezentrum bietet allen Klient*innen rund um die Uhr eine Ansprechperson persönlich oder per Telefon. Nach fünf Jahren Modellprojekt ist das Sozialraumkonzept Nordfriesland in den Regelbetrieb übergegangen. In dieser Zeit ist es gelungen, die Verweildauer im vollstationären Bereich deutlich zu verkürzen; gut 1/3 der bisherigen Plätze völlig abzubauen und gleichzeitig die Zufriedenheit der Klient*innen erkennbar zu erhöhen.

Im Folgenden einige Zitate von Klient*innen darüber, wie sie die Entwicklung im Teilhabezentrum empfinden:

„Das Wissen um das Krisenzimmer gibt mir Sicherheit.“
„Wenn es mir zuhause nicht gut geht, kann ich anrufen.“
„Die Atmosphäre in der AWO ist lockerer geworden.“
„Ich fühle mich mehr ernstgenommen.“
„Ich habe jetzt Kontakt auch außerhalb des Teilhabezentrums.“
„Die Arbeit in der Jobbörse macht Spaß und ich kann selber bestimmen, ob und wann ich etwas mache.“
„Es ist toll, verschiedene Freizeitangebote zu haben und sich das passende aussuchen zu können.“